Die Aktien von Enphase Energy (NASDAQ:ENPH) haben nach Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal ein deutliches Signal gesendet. Im vorbörslichen US-Handel legte der Kurs zeitweise um rund 24 Prozent zu. Für Auftrieb sorgten neben den Ergebnissen vor allem optimistischere Einschätzungen mehrerer Analysten, die darauf hindeuten, dass der Abschwung im US-Solarmarkt für Privathaushalte seinen Tiefpunkt erreicht haben könnte.
Der Solartechnikkonzern erzielte im Schlussquartal einen Umsatz von 343,3 Millionen Dollar. In den USA habe die Nachfrage spürbar angezogen, teilte das Unternehmen mit. Der Absatz an Endkunden habe „das höchste Niveau seit mehr als zwei Jahren“ erreicht – begünstigt durch Vorzieheffekte vor dem Auslaufen der Steuervergünstigung nach Section 25D. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 46,1 Prozent.
Entscheidend für die Kursreaktion war jedoch der Ausblick. Analyst Ameet Thakkar von BMO Capital Markets hob die Aktie auf „Market Perform“ und erhöhte das Kursziel auf 41 Dollar. Die Prognose für das erste Quartal habe als Katalysator gewirkt, schrieb Thakkar. Enphase stellt – bereinigt um Safe-Harbor-Volumina – Erlöse von 235 bis 265 Millionen Dollar in Aussicht. Das liege deutlich über seiner bisherigen Erwartung von 227 Millionen Dollar.
Zudem habe sich das Management klarer positioniert als angenommen. Es habe „konkreter als erwartet“ signalisiert, dass die Umsätze perspektivisch wieder steigen dürften, insbesondere mit Blick auf das zweite Quartal. Damit erhärte sich der Eindruck, dass der Umsatzboden erreicht sei.
Zentral für die Neubewertung sei das erwartete sequenzielle Wachstum, betonte Thakkar. „Jetzt, da wir mehr Klarheit über das Ausmaß der Talsohle haben und die Umsätze von hier aus wieder wachsen können, erwarten wir keine Underperformance der Aktie mehr“, schrieb er.
Auch RBC Capital Markets schlug einen freundlicheren Ton an. Analyst Christopher Dendrinos stufte Enphase von „Sector Perform“ auf „Outperform“ hoch und hob das Kursziel auf 54 Dollar an. Die Nachfrage habe ihren Tiefpunkt durchschritten, so seine Einschätzung. Enphase habe nun „eine gute Gelegenheit, Marktanteile im Privatkundengeschäft zurückzugewinnen“ und zugleich im gewerblichen Segment zu wachsen, da neue Produkte schrittweise eingeführt würden.
Nach einer langen Phase schwacher Nachfrage, hoher Lagerbestände und deutlichen Margenbelastungen werten Investoren die jüngsten Signale als möglichen Wendepunkt. Ob sich daraus eine nachhaltige Erholung für Enphase und den Solarsektor insgesamt ergibt, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Quartalen zeigen.
